Gesundheitsfaktoren: Taktgeber für Körper, Geist und Psyche. Entscheider über Krieg oder Frieden.


Körper, Geist und Psyche bilden eine untrennbare Einheit; das "System Mensch". Wir Menschen sind - jeder für sich als auch in der Gesamtheit der Weltbevölkerung - hochkomplexe, in uns geschlossene (Öko)Systeme, bestehend aus Organen, Muskeln, Knochen, Hormonen, Neurotransmittern, elektrischen Signalen sowie weiteren Gewebestrukturen und biochemischen Stoffen, die über verschiedene Informationsaufnahme- und -verarbeitungswege mit der Außenwelt - sprich mit unseren Mitmenschen, mit Tieren und Natur - kommunizieren und interagieren, auf sie reagieren und der jeweils ausgetauschten Informationen gemäß handeln (oder auch nicht).

Jenes System bestimmt, wie groß unser Vertrauen in uns selbst, in andere Menschen, in unseren Heimatplaneten Erde sowie in das Universum in seiner Gesamtheit ist. Es bestimmt den Grad unserer Selbstsicherheit oder Unsicherheit, den Grad unserer Gelassenheit, unsere Fähigkeit zur (emotionalen) Selbstkontrolle, unsere Eigen- und Fremdwahrnehmung. Es beeinflusst unsere Fähigkeit, Risiken und Konsequenzen abzuschätzen, darauf basierend kurz- oder langfristige Entscheidungen zu treffen und danach zu handeln. Das "System Mensch" bestimmt über Zwänge, Ängste und unseren Bedürfnisgrad nach Ansehen (Geltungsbedürfnis, Anerkennung und Aufmerksamkeit) und Kontrolle (Macht). 

 

Ist dieses systemische Zusammenspiel dauerhaft gestört und instabil, werden wir krank; körperlich (physisch), psychomental, kognitiv, emotional. Die Auswirkungen dieser Störungen sind keineswegs zu unterschätzen: Neben unserem persönlichen Wohlbefinden, unserer (Selbst)Zufriedenheit, Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit beeinflussen Störungen dieses systemischen Zusammenspiels auch unser (Zusammen)Leben mit Partner, Familie, Freunden und Fremden im beruflichen, privaten wie gesamtgesellschaftlichen Kontext. Früher oder später entwickeln sich aus diesem Ungleichgewicht körperliche, psychomentale wie persönliche Probleme, die wir nicht mehr nur mit uns selbst, sondern - bewusst wie unbewusst - mit allem und jedem austragen, das und der uns umgibt. Je nach (beruflicher) Stellung, Status und Größe unseres Einflusses in Familie, Wohnort, Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und/oder Politik bestimmt unser "System Mensch" demnach über Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit, über Stabilität oder Instabilität, über Krieg oder Frieden.

Den Kern jener Zusammenhänge bildet der Deckungsgrad unserer grundlegenden menschlichen Bedürfnisse: Jene (Grund)Bedürfnisse - ich bezeichne sie als Gesundheitsfaktoren - steuern in ihrer Gesamtheit sämtliche unserer

  1. Gedanken,
  2. Gefühle (= Emotionen wie Angst, Wut, Trauer, Freude, Aufregung, Scham, Liebe Glück, etc.),
  3. Entscheidungen,
  4. Reaktionen,
  5. Verhaltensweisen sowie unser 
  6. Handeln 

im alltäglichen Leben (Routinen, Gewohnheiten, standardisierte Abläufe, etc.) wie auch in nicht alltäglichen, außergewöhnlich belastenden, herausfordernden Situationen, in Konflikten und Krisenzeiten.


Ob wir unsere Bedürfnisse nach Nahrung und Wasser, Schutz und Sicherheit, sozialen Beziehungen, Sport und Bewegung, Ruhe und Erholung, der Verbindung zur Natur eigenverantwortlich decken bzw. decken können, beeinflusst also,


  • was und wie stark wir fühlen, 
  • wie wir mit diesen Gefühlen umgehen, 
  • welche Gedanken sich aus diesen Gefühlen in unserem Gehirn entwickeln, 
  • ob wir rational und vernunftgesteuert oder irrational und emotionsgesteuert handeln,
  • welche Entscheidungen, Handlungen, welches Verhalten und welche (Re)Aktionen auf Worte, Gesten, Handlungen anderer Menschen daraus resultieren,
  • unsere Reaktion auf Nachrichten,
  • wie beeinflussbar, wie manipulierbar wir sind,
  • welche Meinung und welches Weltbild unser Leben prägt,
  • unseren Grad an Respekt, Verständnis und Toleranz,
  • ob wir ruhig und gelassen bleiben oder ob wir bspw. bereits bei der kleinsten (vermuteten) Kränkung wütend, aggressiv werden oder gar mit emotionaler und/oder physischer Gewalt reagieren. 


Der Gesundheitszustand des "Systems Mensch" bestimmt folglich weit über unsere ganz persönlichen Grenzen hinaus unser gesamtgesellschaftliches, soziales Miteinander, unsere Bereitschaft zu familiärem, gesellschaftlichem Engagement, unser Gefühl von Zusammengehörigkeit und wie belastbar, widerstandsfähig und lösungsorientiert eine Gesellschaft, ein Staat in seiner Gesamtheit bei inneren wie äußeren Herausforderungen und Bedrohungen ist. Ein ausgeglichener (Grund)Bedürfnishaushalt (d. h. weder eine längerfristige Über- noch Unterdeckung) bildet demnach das Fundament für ein stabiles, harmonisches, friedliches, respektvolles und funktionierendes Miteinander, für unser Zusammenleben und -arbeiten: In Deutschland. In Europa. Weltweit.